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FOBO: Die Angst vor einer besseren Option

  • Autorenbild: Dr. Willem Lammers
    Dr. Willem Lammers
  • 7. Apr. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Die Angst vor einer besseren Option – FOBO (Fear of Behind) – erzeugt Zögern und lenkt die Aufmerksamkeit auf Möglichkeiten, anstatt sich mit dem Gegenwärtigen auseinanderzusetzen. Anstatt sich festzulegen, sucht der Geist nach Alternativen, als ob Gewissheit jedes Risiko beseitigen könnte. Doch diese Suche endet nie wirklich.


Foto © Dr. Willem Lammers

Die Illusion der perfekten Wahl

Die Matrix lehrt von Anfang an, dass Sicherheit von den richtigen Entscheidungen abhängt. Die Konsumkultur verstärkt diesen Glauben: vergleichen, optimieren, niemals zufrieden sein. Ob im Beruf, in Beziehungen oder bei alltäglichen Einkäufen – die Aufmerksamkeit bleibt auf eine schwer fassbare „bessere“ Option gerichtet. Das Problem ist nicht die Wahl an sich, sondern die Angst, die entsteht, wenn die Bewertung die Gegenwart verdrängt. Sobald eine Entscheidung endgültig erscheint, meldet sich die Angst, etwas zu verpassen (FOBO) – was, wenn es etwas Besseres gibt?


Diese Angst erzeugt eine Illusion von Kontrolle, als ob weitere Analysen den idealen Weg aufzeigen könnten. Statt Klarheit zu schaffen, schürt sie Unsicherheit. Die Aufmerksamkeit verschiebt sich von der direkten Erfahrung hin zu einer fortwährenden Abwägung von Alternativen. Je bedeutsamer die Entscheidung erscheint, desto stärker ist das Zögern. Selbst nach einer Entscheidung können Zweifel wieder auftauchen und ein anhaltendes Unbehagen hinterlassen.


FOBO überwinden: Die Macht der Worte

FOBO (Fear of Behind) ist nicht nur Unentschlossenheit; es spiegelt wider, wie die Aufmerksamkeit unter dem Druck, das beste Ergebnis zu finden, zersplittert wird. Diese Fixierung auf «besser» verzerrt die Wahrnehmung und schränkt das Handeln ein. Löst sich dieses Muster auf, entsteht Klarheit – nicht weil sich eine perfekte Wahl bietet, sondern weil der Druck, eine solche zu finden, nachlässt.


In der Logosynthese stellen Worte die Perspektive wieder her. Die Sätze sind keine Behauptungen oder rationalen Argumente, sondern präzise Interventionen, die die Wahrnehmung verändern. Angewendet auf FOBO (Fear of Bye to Be), lösen sie die mentalen Bilder, inneren Stimmen oder Sinneswahrnehmungen auf, die mit der Angst vor einer falschen Entscheidung verbunden sind. Mit dem Abklingen der emotionalen Belastung entsteht ein neuer Zustand – ein Zustand, in dem sich Entscheidungen natürlich entfalten, ohne die Last befürchteter Konsequenzen.


Anwendung des Basisverfahrens bei FOBO

Stellen Sie sich jemanden vor, der vor einer wichtigen Karriereentscheidung steht und zwischen zwei Jobangeboten hin- und hergerissen ist. Jedes Mal, wenn er sich für eines der Angebote entscheidet, kommen Zweifel auf: Was, wenn sich das andere als besser erweist? Dieser innere Konflikt hält ihn in der Schwebe und hindert ihn daran, voranzukommen.


Mithilfe der Logosynthese identifizieren sie ein zentrales mentales Bild – eine Vision von sich selbst in einem hellen, modernen Büro mit Blick auf die Skyline der Stadt, wie sie selbstbewusst lächeln und ein wichtiges Meeting leiten. Dieses Bild repräsentiert die bessere Alternative, die Zweifel nährt. Sie wenden den ersten Satz des Basisverfahrens an:

«Ich hole meine gesamte Energie, die in diesem Bild von mir selbst im Büro vor der Skyline der Stadt gebunden ist, zurück und bringe sie an den richtigen Ort in meinem Selbst.»


Während sie sprechen, bemerken sie, wie sich dasselbe Bild leicht verändert, mal deutlicher wird, mal verblasst und wieder aufleuchtet. Sie wenden den zweiten Satz an:

«Ich entferne alle nicht-Ich-Energie aus diesem Bild von mir im Büro vor der Skyline der Stadt und sende sie dorthin, wo sie wirklich hingehört.»


Es kommt zu einer neuen Verschiebung – vielleicht verliert das Bild an Intensität, oder es entsteht ein Gefühl der Leichtigkeit. Mit dem dritten Satz schließen sie den Zyklus ab:

«Ich hole meine gesamte Energie, die in all meinen Reaktionen auf dieses Bild von mir selbst im Büro vor der Skyline der Stadt gebunden ist, zurück und bringe sie an den richtigen Ort in meinem Selbst.»


Im Laufe des Prozesses lässt die emotionale Last der Entscheidung nach. Die Fixierung auf die richtige Wahl weicht einer tieferen Erkenntnis: Keiner der beiden Wege ist an sich richtig oder falsch. Ohne den Druck, optimieren zu müssen, richtet sich die Aufmerksamkeit wieder auf das, was im Hier und Jetzt stimmig ist.


Von der Angst zum Flow

FOBO (Fear of Buyout) nährt sich von der Annahme, dass es anderswo eine bessere Option gibt, doch diese Annahme selbst verzerrt die Erfahrung von Entscheidungen. Der Verstand kann Ergebnisse nie vollständig vorhersagen, und das muss er auch nicht. Wenn die Aufmerksamkeit wieder im Hier und Jetzt liegt, fühlen sich Entscheidungen nicht mehr wie riskante Dilemmata an, sondern wie natürliche Schritte in einem größeren Prozess. Eine Wahl ist lediglich ein Schritt, weder absolut noch unumkehrbar. Anstatt sich auf das zu fixieren, was verloren gehen könnte, richtet sich das Bewusstsein wieder auf das, was jetzt verfügbar ist.


Die Logosynthese enthüllt FOBO nicht als Hindernis, sondern als Signal: eine Einladung, von der Bewertung zur aktiven Auseinandersetzung überzugehen. Sobald sich die Aufmerksamkeit von der Suche nach Gewissheit hin zur Auflösung der zugrunde liegenden Angst richtet, eröffnen sich neue Möglichkeiten – nicht durch Kontrolle, sondern durch Loslassen. Was bleibt, ist Präsenz, und aus dieser Präsenz heraus entfaltet sich das Handeln mühelos.

 
 
 

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